Supermicro IPMI erklärt: Root-Server remote verwalten
Supermicro IPMI: Root-Server jederzeit aus der Ferne verwalten
Bei einem dedizierten Root-Server ist ein zuverlässiger Fernzugriff besonders wichtig. Deshalb verfügen unsere Supermicro-Server in der Regel über eine separate Management-Schnittstelle: das IPMI- beziehungsweise BMC-Interface.
Über diese webbasierte Verwaltungsoberfläche können Sie wichtige Funktionen Ihres Servers aus der Ferne nutzen – unabhängig davon, ob das installierte Betriebssystem noch erreichbar ist. Dadurch erhalten Sie mehr Kontrolle und können viele administrative Aufgaben selbstständig durchführen.
Was ist Supermicro IPMI?
IPMI steht für „Intelligent Platform Management Interface“. Dabei handelt es sich um einen Standard zur Fernverwaltung und Überwachung von Serverhardware.
Der dafür zuständige Baseboard Management Controller, kurz BMC, ist direkt auf dem Server-Mainboard integriert und arbeitet weitgehend unabhängig vom Betriebssystem.
Auch wenn Windows oder Linux nicht mehr reagiert, der Server nicht per SSH oder Remotedesktop erreichbar ist oder noch kein Betriebssystem installiert wurde, kann der IPMI-Zugang weiterhin funktionieren.
Der Zugriff erfolgt üblicherweise über eine eigene IP-Adresse und eine verschlüsselte Weboberfläche.
Server ein- und ausschalten
Über das IPMI-Interface können Sie den Betriebszustand Ihres Root-Servers prüfen und verschiedene Stromsteuerungsfunktionen ausführen:
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Server einschalten
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Server ausschalten
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Server neu starten
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Power-Cycle durchführen
Ein Power-Cycle schaltet den Server vollständig aus und anschließend wieder ein. Dies kann hilfreich sein, wenn das Betriebssystem nicht mehr reagiert.
Ein sofortiges Ausschalten sollte nur im Notfall durchgeführt werden, da es mit dem Trennen der Stromversorgung vergleichbar ist und Datenverluste verursachen kann.
Remote-Konsole für Bildschirm, Tastatur und Maus
Eine der wichtigsten Funktionen von Supermicro IPMI ist die integrierte KVM-Remote-Konsole.
KVM steht für:
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Keyboard
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Video
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Mouse
Über die Remote-Konsole sehen Sie die Bildschirmausgabe des Servers so, als würden Sie direkt vor dem Gerät sitzen. Gleichzeitig können Sie Tastatur- und Mausbefehle übertragen.
Je nach Supermicro-Plattform steht eine HTML5- oder Java-basierte Konsole zur Verfügung.
Die Remote-Konsole ermöglicht unter anderem:
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Zugriff auf BIOS oder UEFI
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Beobachtung des Startvorgangs
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Auswahl eines Boot-Geräts
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Bearbeitung des Bootloaders
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Fehleranalyse bei Startproblemen
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Betriebssysteminstallation
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Zugriff bei ausgefallenem SSH- oder RDP-Dienst
Gerade wenn der reguläre Netzwerkzugriff nicht mehr funktioniert, stellt die IPMI-Konsole einen wichtigen alternativen Zugangsweg dar.
Betriebssystem über Virtual Media installieren
Über die Funktion Virtual Media können Sie eine ISO-Datei als virtuelles CD- oder DVD-Laufwerk mit dem Server verbinden.
Dadurch lassen sich beispielsweise folgende Betriebssysteme installieren:
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Ubuntu Server
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Debian
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Rocky Linux
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AlmaLinux
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Microsoft Windows Server
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VMware ESXi
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Proxmox VE
Nach dem Einbinden der ISO-Datei kann der Server über die Remote-Konsole von diesem virtuellen Medium gestartet werden.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem menkiSys-How-to:
IPMI ISO Mount Anleitung – Remote-Installation auf dedizierten Root-Servern
Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von der Internetverbindung, der Verbindung zum Rechenzentrum und der eingesetzten BMC-Generation ab. Große ISO-Dateien können daher mehr Zeit benötigen als lokal angeschlossene Installationsmedien.
Hardwarezustand und Sensorwerte überwachen
Das BMC überwacht verschiedene Hardwarekomponenten und stellt deren Messwerte im IPMI-Interface dar.
Abhängig vom Servermodell können unter anderem folgende Informationen verfügbar sein:
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CPU- und Mainboard-Temperaturen
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Lüfterdrehzahlen
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Betriebsspannungen
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Zustand der Netzteile
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Stromverbrauch
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System- und Hardwarewarnungen
Die Sensorübersicht hilft dabei, ungewöhnliche Temperaturen, ausgefallene Lüfter oder Probleme mit der Stromversorgung frühzeitig zu erkennen.
Der verfügbare Umfang hängt von der jeweiligen Supermicro-Plattform, dem Mainboard, dem Gehäuse und den verbauten Komponenten ab.
System Event Log auswerten
Im System Event Log, kurz SEL, protokolliert das BMC wichtige Hardwareereignisse.
Dazu gehören beispielsweise:
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kritische Temperaturwerte
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ausgefallene oder zu langsam drehende Lüfter
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Probleme mit einem Netzteil
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Spannungsschwankungen
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Speicherfehler
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unerwartete Neustarts
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allgemeine Hardwarewarnungen
Das Ereignisprotokoll ist besonders hilfreich, wenn ein Server unerwartet neu gestartet wurde oder sich ein Fehler nicht direkt reproduzieren lässt.
Bei einer Supportanfrage können diese Informationen die technische Analyse deutlich beschleunigen.
BMC neu starten, ohne den Server neu zu starten
Das BMC ist ein eigenständiges Managementsystem. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die IPMI-Weboberfläche oder die Remote-Konsole nicht mehr reagiert.
Je nach Plattform kann dann ein BMC Reset durchgeführt werden. Dabei wird ausschließlich der Management-Controller neu gestartet. Der eigentliche Root-Server und das darauf laufende Betriebssystem bleiben normalerweise in Betrieb.
Während des BMC-Resets ist das IPMI-Interface für einige Minuten nicht erreichbar.
IPMI funktioniert unabhängig vom Betriebssystem
Der zentrale Vorteil der Out-of-Band-Verwaltung besteht darin, dass IPMI nicht von der Funktionsfähigkeit des installierten Betriebssystems abhängt.
Der Zugang kann weiterhin funktionieren, wenn beispielsweise:
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die Netzwerkkonfiguration fehlerhaft ist
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die Firewall den normalen Serverzugriff blockiert
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SSH oder Remotedesktop nicht erreichbar sind
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das Betriebssystem beim Start hängen bleibt
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ein Kernel- oder Treiberproblem vorliegt
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noch kein Betriebssystem installiert wurde
IPMI ersetzt jedoch nicht die reguläre Serveradministration. Updates, Firewall-Regeln, Benutzerkonten, Backups und Anwendungen müssen weiterhin innerhalb des Betriebssystems verwaltet werden.
Sicherheit des IPMI-Zugangs
Da das IPMI-Interface weitreichende Kontrollmöglichkeiten bietet, müssen die Zugangsdaten besonders geschützt werden.
Beachten Sie folgende Sicherheitsmaßnahmen:
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Verwenden Sie ein individuelles und sicheres Passwort.
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Speichern Sie das Kennwort in einem Passwortmanager.
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Geben Sie die Zugangsdaten nicht an unberechtigte Personen weiter.
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Melden Sie sich nach der Nutzung ab.
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Nutzen Sie IPMI nur über vertrauenswürdige Geräte und Netzwerke.
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Ändern Sie ein bekannt gewordenes Passwort unverzüglich.
Je nach Root-Server-Angebot kann der Zugang zusätzlich über ein Managementnetz, eine Firewall-Freigabe oder eine VPN-Verbindung abgesichert sein.
Wann sollte der menkiSys-Support kontaktiert werden?
Kontaktieren Sie unseren Support insbesondere, wenn:
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das BMC-Netzwerk nicht erreichbar ist
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der Server trotz Power-Cycle nicht startet
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ein Hardwarefehler protokolliert wurde
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ein Netzteil, Lüfter oder Datenträger ausgefallen ist
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die Remote-Konsole dauerhaft kein Bild zeigt
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ein physischer Eingriff am Server erforderlich ist
Bitte übermitteln Sie möglichst eine genaue Fehlerbeschreibung, den ungefähren Zeitpunkt und relevante Einträge aus dem System Event Log.
Mehr Kontrolle über Ihren Root-Server
Mit Supermicro IPMI erhalten Sie einen leistungsfähigen und vom Betriebssystem unabhängigen Fernzugriff auf Ihren Root-Server.
Sie können den Server neu starten, den Bootvorgang verfolgen, BIOS-Einstellungen aufrufen, ISO-Dateien einbinden und wichtige Hardwarewerte kontrollieren. Viele Störungen lassen sich dadurch selbstständig analysieren und administrative Arbeiten flexibel aus der Ferne durchführen.
Bei den Supermicro Root-Servern von menkiSys ist IPMI daher ein wesentlicher Bestandteil einer professionellen und transparenten Serververwaltung.
Häufig gestellte Fragen zu Supermicro IPMI
Kann ich meinen Root-Server über IPMI neu starten?
Ja. Über die Stromsteuerung können Sie den Server neu starten, ausschalten, einschalten oder einen Power-Cycle durchführen.
Funktioniert IPMI auch, wenn Linux oder Windows nicht erreichbar ist?
Ja, in vielen Fällen. Das BMC arbeitet unabhängig vom Betriebssystem. Voraussetzung ist, dass das Management-Interface mit Strom versorgt und über das Netzwerk erreichbar ist.
Kann ich über IPMI ein Betriebssystem installieren?
Ja. Über Virtual Media können Sie eine ISO-Datei einbinden und die Installation über die Remote-Konsole durchführen.
Kann ich auf das BIOS zugreifen?
Ja. Die Remote-Konsole ist bereits während des Startvorgangs verfügbar und ermöglicht den Zugriff auf BIOS beziehungsweise UEFI.
Wird der Server bei einem BMC Reset neu gestartet?
Normalerweise nicht. Dabei wird nur der Management-Controller neu gestartet. Das Betriebssystem bleibt üblicherweise in Betrieb.
Ist IPMI dasselbe wie SSH oder Remotedesktop?
Nein. SSH und Remotedesktop laufen innerhalb des Betriebssystems. IPMI ist eine separate Hardware-Management-Schnittstelle.
Sind alle IPMI-Funktionen bei jedem Supermicro-Server identisch?
Nein. Der Funktionsumfang hängt von der Servergeneration, dem Mainboard, der BMC-Firmware, der Konfiguration und möglichen Lizenzen ab.
